Die Machbarkeitsstudie legte den Grundstein für die Gesamtprojektplanung
Die Analyse zeigt, dass Burgholz durch Solar- und Biomasselösungen zu einem Netto-Erzeuger erneuerbarer Energie werden kann, die sowohl machbar als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Für die erfolgreiche Umsetzung sind jedoch weitere Effizienzsteigerungen und die enge Einbindung lokaler Interessengruppen entscheidend.
Im vierten Quartal 2024 wurde Green Energy Venture beauftragt, das Projekt voranzutreiben, indem es das lokale Potenzial für erneuerbare Energien bewertete und eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse durchführte. Dazu gehörte die Entwicklung verschiedener Energiemodell-Szenarien, um deren Machbarkeit und Vorteile zu bewerten. Die Bewertung der erneuerbaren Ressourcen vor Ort ergab, dass Solarenergie und Biomasse die beiden realisierbaren Optionen für Burgholz sind. Da Solarenergie im Vergleich zu Biomasse niedrigere Stromgestehungskosten bietet, sieht die empfohlene Strategie vor, den Einsatz von Solar-PV zu maximieren und durch Biomasseenergie zu ergänzen.
Auf der Grundlage dieser Strategie wurden drei Szenarien für die zukünftige Energieerzeugung entwickelt. Alle drei Szenarien wurden so konzipiert, dass sie mehr Energie produzieren, als in der Region verbraucht wird, wobei der Schwerpunkt auf der finanziellen Rentabilität und der Nutzung lokaler Biomasse-Ressourcen liegt. Die drei Energieszenarien sind:
- 7,0 MWp Solar + 0,36 MWel AD-Anlage und Biogas-KWK-Anlage
- 7,0 MWp Solar + 0,33 MWel Holz-KWK-Anlage
- 4,4 MWp Solar + 0,66 MWel Holz-KWK-Anlage
Die erste Variante maximiert das PV-Potenzial und nutzt Biogas aus Molke, aber ihre Realisierbarkeit wird durch die Präferenz der Käserei für die Verwendung von Molke zur Herstellung von Tierfutter behindert, was gemäß der Abfallhierarchie eine höhere Ressourcennutzung als die energetische Verwertung darstellt. Die zweite Variante nutzt lokal produzierte Holzhackschnitzel-Biomasse und reduziert die Emissionen um über 70 %, aber die Realisierung des vollen PV-Potenzials ist aufgrund der Beteiligung mehrerer Interessengruppen eine Herausforderung. Die dritte Variante schafft einen Ausgleich zwischen der Nutzung von PV und Holzschnitzelbiomasse und erzielt die niedrigsten Lebenszyklusemissionen und Investitionskosten, jedoch mit etwas höheren jährlichen Ausgaben.
Alle Varianten sind finanziell rentabel und werden voraussichtlich die Investitionen zurückzahlen. Allerdings ist keine davon optimal in Bezug auf die Energieeffizienz, da die Effizienz des KWK-Systems aufgrund der begrenzten direkten Nutzung der erzeugten Wärme eingeschränkt ist. Um die Effizienz zu verbessern, wäre es ideal, das System durch die Sicherung von mehr Land für Solarenergie oder die Ermittlung eines zusätzlichen Wärmebedarfs zu erweitern. Die Erweiterung des Industriegebiets, die noch genehmigt werden muss, würde zusätzliches Potenzial für die Energieerzeugung sowie einen zusätzlichen Energiebedarf bieten. Als nächste Schritte werden die Einbindung lokaler Interessengruppen, die Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse sowie die Unterstützung bei der Planung und Umsetzung der Massnahmen entscheidend für den Erfolg des Projekts sein.